Bad Segeberg

16. Juni 2011

Zur Holsteinischen Schweiz wird auch das ostholsteinische Hügelland gerechnet. An dessen westlichen Rand liegt die Kreisstadt des Kreises Segeberg, nämlich Bad Segeberg. Zwei Gewässer, nämlich der Große Segeberger See auf der einen Seite und die Trave auf der anderen Seite fassen Bad Segeberg ein. Die Stadt liegt am Fuße des Kalkberges, der mit immerhin gut 90 m Höhe das nach Westen hin flache Land überragt.

Die Stadt Bad Segeberg verdankt ihre Existenz dem genannten Kalkberg, einem Gipsfelsen auf dem im 12. Jahrhundert eine Burg errichtet wurde, die den Namen “Siegesburg” trug. Daraus leitete sich dann der heutige Name Segeberg ab. Am Fuße des Berges entstand eine Kirche und ein Kloster. Bereits im 13. Jahrhundert verlieh die Stadt Lübeck an Segeberg das Stadtrecht. Während des 30-jährigen Krieges erlebten die Stadt und die Burg schlimme Zeiten und wurden wiederholt durch kriegerische Handlungen und Brände zerstört. Der Berg, dem Bad Segeberg seine Existenz verdankt, hat erheblich an Höhe eingebüßt. Von seinen ehemals 110 Metern Höhe sind durch Abbau des Gipses gerade einmal etwa 90 m übrig geblieben. Über die durch den Gipsabbau geschaffene Grube wird später noch zu reden sein.

Ebenso wie Gips ist im Kalkberg eine riesige Salzlagerstätte vorhanden. Diese konnte jedoch nicht abgebaut werden, da eben durch den Gipsabbau Wasser in diese Lagerstätte eindrang und begann, das Salz aufzulösen. Das wieder austretende Wasser ist stark salzhaltig und wurde zu Bäderzwecken genutzt. Es entwickelte sich ein Kurbetrieb und seit dem Jahre 1924 durfte sich die Stadt nunmehr Bad Segeberg nennen.

Kommen wir nun zu der bereits erwähnten Grube, die durch die Ausbeutung der Gipsvorkommen entstanden war. In den Jahren zwischen 1934 und 1937 wurde diese Grube unter Leitung von Fritz Schaller, einem Architekten, zu einen Stadion ausgebaut, dem heutigen Kalkbergstadion. Hier finden seit 1952 in jeden Jahr die Karl-May-Festspiele statt und es werden häufig Open-Air-Konzerte veranstaltet. In jedem Jahr gelangen hier die Abenteuerromane des Dichters Karl May zur Aufführung. Die weitläufige Naturbühne bietet beste Vorraussetzungen, viele Nebendarsteller und Pferde mitwirken zu lassen und es wird den Geschichten Karl Mays in besonderer Weise gerecht, dass diese unter freiem Himmel spielen. Die Karl-May-Festspiele, der Bäderbetrieb und nicht zuletzt die schöne Landschaft der Holsteinischen Schweiz ziehen alljährlich viele Urlauber nach Bad Segeberg.

Das Häuschen am See

18. Februar 2011

In diesem Jahr hatten wir beschlossen, einmal Urlaub abseits allen Rummels und aller Touristenstrände zu machen, auch deshalb weil wir uns wieder etwas näher kommen wollten. Die Jahre und der berufliche Alltag hatten unsere Beziehung doch deutlich abgeschliffen. Wir stöberten im Internet und stolperten über den uns kaum geläufigen Begriff „Holsteinische Schweiz“. Die Schweiz selbst kannten wir ja bereits, ebenso die Sächsische Schweiz. Der Name machte uns neugierig und was wir lasen und sahen gefiel uns. Also mieteten wir uns ein kleines Ferienhäuschen nahe der Stadt Plön.

Das Haus war nicht komfortabel, aber mit allem Nötigen ausgestattet. Es lag zwischen Seen, Hügeln und Wäldern, aber mit dem Auto konnten wir die Stadt in 10 Minuten erreichen. Zu Fuß konnten wir zum nahe gelegenen See in 5 Minuten gelangen. Wir fanden hier einen kleinen sauberen Grasstrand vor. Auch wenn es hier keinerlei Service gab, war das o. k. für uns, denn wir brachten unsere Brote und unsere Thermoskanne mit Kaffee sowie eine große Flasche Wasser selbst mit. Ab und zu kamen zwar einige Badelustige aus der Stadt, aber das störte uns nicht sehr. Die meiste Zeit hatten wir den Strand für uns allein. Es war Sommer und wir genossen die Natur um uns herum und die Sonne. Wurde es uns zu heiß, kühlten wir uns im herrlich frischen Wasser des Sees ab.

Ich hatte meine Angelausrüstung dabei und beschloss, eines sehr frühen Morgens eine Pirsch an den Ufern des Sees zu unternehmen. Ausgerüstet mit einigen Rotwürmern und aus einem Brötchen gekneteten Teig, zog ich los, während meine Frau noch schlief. Abseits unseres Badestrandes entdeckte ich eine kleinere mit Seerosen bewachsene Fläche. Dort platzierte ich den Köder an feiner Montur. Die Sonne war gerade aufgegangen und zarte Schwaden des Morgennebls zogen langsam über die noch völlig glatte Wasseroberfläche, als der Schwimmer erst ein wenig hin und her tanzte und dann abtauchte. Ich setzte den Anschlag und spürte deutlichen Widerstand. Wenig später lag eine schöne Schleie vor mir im Gras. Wenig später fing ich eine weitere und kehrte stolz zum Ferienhaus zurück. Es war noch nicht einmal 8 Uhr, meine Frau hatte aber bereits das Frühstück angerichtet, das wir gemeinsam genossen. Die Fische bereitete ich zum Abendessen zu. Nur noch ein weiteres Mal ging ich zum Angeln, denn die Woche ging schnell vorbei.

Während dieser Woche fuhren wir an einem Abend nach Hamburg, um uns das Musical Cats anzusehen. An einem anderen Tag führte uns ein Abstecher an den Timmendorfer Strand und an einem weiterem Tag schauten wir uns die Hansestadt Lübeck an. Wir verbrachten einen ausgesprochen harmonischen Urlaub in der sanften Landschaft der Holsteinischen Schweiz, der uns beiden und unserer Beziehung sehr gut tat.