Zur Holsteinischen Schweiz wird auch das ostholsteinische Hügelland gerechnet. An dessen westlichen Rand liegt die Kreisstadt des Kreises Segeberg, nämlich Bad Segeberg. Zwei Gewässer, nämlich der Große Segeberger See auf der einen Seite und die Trave auf der anderen Seite fassen Bad Segeberg ein. Die Stadt liegt am Fuße des Kalkberges, der mit immerhin gut 90 m Höhe das nach Westen hin flache Land überragt.
Die Stadt Bad Segeberg verdankt ihre Existenz dem genannten Kalkberg, einem Gipsfelsen auf dem im 12. Jahrhundert eine Burg errichtet wurde, die den Namen “Siegesburg” trug. Daraus leitete sich dann der heutige Name Segeberg ab. Am Fuße des Berges entstand eine Kirche und ein Kloster. Bereits im 13. Jahrhundert verlieh die Stadt Lübeck an Segeberg das Stadtrecht. Während des 30-jährigen Krieges erlebten die Stadt und die Burg schlimme Zeiten und wurden wiederholt durch kriegerische Handlungen und Brände zerstört. Der Berg, dem Bad Segeberg seine Existenz verdankt, hat erheblich an Höhe eingebüßt. Von seinen ehemals 110 Metern Höhe sind durch Abbau des Gipses gerade einmal etwa 90 m übrig geblieben. Über die durch den Gipsabbau geschaffene Grube wird später noch zu reden sein.
Ebenso wie Gips ist im Kalkberg eine riesige Salzlagerstätte vorhanden. Diese konnte jedoch nicht abgebaut werden, da eben durch den Gipsabbau Wasser in diese Lagerstätte eindrang und begann, das Salz aufzulösen. Das wieder austretende Wasser ist stark salzhaltig und wurde zu Bäderzwecken genutzt. Es entwickelte sich ein Kurbetrieb und seit dem Jahre 1924 durfte sich die Stadt nunmehr Bad Segeberg nennen.
Kommen wir nun zu der bereits erwähnten Grube, die durch die Ausbeutung der Gipsvorkommen entstanden war. In den Jahren zwischen 1934 und 1937 wurde diese Grube unter Leitung von Fritz Schaller, einem Architekten, zu einen Stadion ausgebaut, dem heutigen Kalkbergstadion. Hier finden seit 1952 in jeden Jahr die Karl-May-Festspiele statt und es werden häufig Open-Air-Konzerte veranstaltet. In jedem Jahr gelangen hier die Abenteuerromane des Dichters Karl May zur Aufführung. Die weitläufige Naturbühne bietet beste Vorraussetzungen, viele Nebendarsteller und Pferde mitwirken zu lassen und es wird den Geschichten Karl Mays in besonderer Weise gerecht, dass diese unter freiem Himmel spielen. Die Karl-May-Festspiele, der Bäderbetrieb und nicht zuletzt die schöne Landschaft der Holsteinischen Schweiz ziehen alljährlich viele Urlauber nach Bad Segeberg.